Autochthone Christen im Nahen Osten heute - zwischen Verfolgungsdruck und Auswanderung - Mai 2012

In seiner Ansprache am ersten Weihnachtsfeiertag 2009 hat Papst Benedikt XVI. die Bedrängnisse der Christen im Irak einmal mehr in Erinnerung gebracht. Tatsächlich ist das Schicksal der „orientalischen“ Christen in den letzten Jahren von Politik und Kirchen stärker als in der Vergangenheit in die Öffentlichkeit getragen worden. Bereits am 25. Dezember 2006 hatte Papst Benedikt eine Botschaft an die „Katholiken des Mittleren Ostens“ gerichtet - wie er sagte: an jene „ kleine Herde“, die inmitten Gläubiger anderer Religionen lebe und „ernsten Unbilden und Schwierigkeiten“ ausgesetzt sei. Seine damals erhobene Forderung nach „mehr Rechten für christliche Minderheiten“ macht jenseits der Rom verbundenen auf das Schicksal aller Christen im Nahen Osten – ganz gleich welcher Glaubensgemeinschaften – aufmerksam.
Im März 2007 hatte sich eine Delegation der Deutschen Bischofskonferenz in Israel und Palästina aufgehalten; Mitglieder dieser Delegation hatten sich nach ihrer Rückkehr schockiert und mit bemerkenswertem Freimut über die Schwierigkeiten der Christen in Palästina – in diesem Fall: unter israelischer Besatzung - geäußert. Der Mainzer Kardinal Lehmann hatte seiner Zeit hinzugefügt: “Wir wollen Öffentlichkeit herstellen, wir wollen Bewusstsein und Wahrnehmung verändern.“ Der Delegation der Deutschen Bischofskonferenz war wenig später (im Juni) eine erstmals gemeinsame Delegation der evangelischen und katholischen Kirche in den Libanon und nach Ägypten gefolgt. Auch diese Reise stand erklärtermaßen im Zeichen von Solidarität mit den nahöstlichen Christen. Und für Anteilnahme warb der Papst noch einmal auf seiner Reise nach Zypern Anfang Juli 2010, bei der es zugleich um die Vorbereitung einer Synode von katholischen Bischöfen aus dem Nahen Osten in Rom (Oktober 2010) ging.

Das Schicksal der Christen im Irak nach dem Fall der Diktatur Saddam Husseins hat auch die Politik in Europa, nicht zuletzt auch in Deutschland, nicht unberührt gelassen. So wurde, angestoßen durch den damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, darüber diskutiert, ob eine – begrenzte, aber ihnen spezifisch zugeordnete – Zahl irakischer Christen in Deutschland Asyl finden sollte. Die Kritik an dieser Anregung machte sich insbesondere daran fest, dass von Gewaltanwendung, Verfolgung und Vertreibung alle Iraker welcher Gruppenzugehörigkeit immer betroffen seien. Eine spezifische Berücksichtigung von Christen könnte nur Neid und Missgunst unter nicht-christlichen Irakern verstärken. Schließlich lebten ca. zwei Millionen Iraker im benachbarten arabischen Ausland bzw. seien gezwungen, innerhalb des Irak selbst einen anderen Wohnsitz zu wählen. Und schließlich leiste man der Abwanderung einer Gruppe der irakischen Bevölkerung Vorschub, die eine wichtige Rolle bei der Modernisierung der irakischen Gesellschaft gespielt habe. Bis Ende 2010 soll die Aufnahme eines Kontingents von in Deutschland legal eingereisten Christen abgeschlossen sein. (Mittlerweile leben auch Tausende allein aus dem Irak illegal eingereister christlicher Flüchtlinge in Deutschland.)
Die nachfolgenden Ausführungen haben eine doppelte Ausrichtung. Zum einen geht es darum, die Verfolgung von Christen im Nahen Osten in weiterreichende Kontexte der politischen Entwicklungen in dieser Region seit Anfang des 20. Jahrhunderts einzuordnen. Es wird die These aufgestellt, dass das Schicksal der Christen ein Symptom der Probleme staatlicher Neuordnung sei, die sich mit dem Niedergang bzw. dem Ende des Osmanischen Reiches gestellt haben. Die Stellung von Minderheiten im Allgemeinen in nahöstlichen Staaten und der christlichen Minderheiten im Besonderen wird als Symptom eines noch nicht abgeschlossenen Prozesses der Staats- und Nationsbildung sowie der Modernisierung politischer und gesellschaftlicher Ordnungen bewertet. Zum anderen soll die Reziprozität der Stellung muslimischer Minderheiten in europäischen und christlicher Minderheiten in nahöstlichen Gesellschaften problematisiert werden. Die unzureichend abgesicherten Rechte der Glaubensausübung (und der politischen und gesellschaftlichen Stellung ganz allgemein) auf Seiten des orientalischen Christentums werden in breiten Teilen der europäischen Öffentlichkeiten – nicht zuletzt auch in Deutschland – in Beziehung gesetzt zu den Rechten auf Religionsausübung, wie sie von Muslimen und ihren Organisationen in Europa beansprucht und in der Regel gewährt werden.
Eine Symbiose in der Krise

Das mit dem Sturz des diktatorischen Regimes in Bagdad ausgebrochene Chaos hat auch die alteingesessenen christlichen Gemeinden im Irak nicht unberührt gelassen. Bombenanschläge auf Kirchen und Versammlungsräume sowie mörderische Attentate auf einfache Gemeindemitglieder wie hochrangige Vertreter der ost- und westsyrischen Kirche haben vor Augen geführt, dass auch die Christen im Irak in das bürgerkriegsartige Mahlwerk geraten sind.

Das dramatische Schlaglicht aus dem Irak lässt sich in einen breiteren Zusammenhang einordnen. Durch das 20. Jahrhundert hindurch sind die Christen im Nahen Osten immer wieder zu Opfern der zahlreichen inneren und äußeren Konflikte in der Region geworden; darauf haben sie mit Auswanderung reagiert. Mit der Ausnahme Ägyptens, des Libanon und Syriens sind christliche Gemeinden heute zu insignifikanten Minderheiten geschrumpft. In jüngster Zeit haben die Gewalt im Irak sowie der Krieg im Sommer 2006 im Libanon den Auswanderungsdruck weiter steigen lassen.

Spätestens mit der planvollen Vernichtung hunderttausender von Armeniern (1915/16) war unübersehbar, wie gefährdet die lange Symbiose zwischen Muslimen und Christen geworden war. Seither ist die Gefährdung christlicher Minderheiten ein Symptom tief greifender Veränderungen und Krisen, die die Gesellschaften im Nahen Osten durch das 20. Jahrhundert durchlaufen haben. In einer breiteren Perspektive lassen sich vier Politikfelder ausmachen, die in wechselnder Konfiguration zu einer Dauerbelastung für die autochthonen Christen geworden sind:
- der Nationalismus in den nach dem Ersten Weltkrieg größtenteils neu entstandenen oder unabhängig gewordenen Staaten im Nahen Osten;
- die Staatsgründung Israels und die westliche Positionierung im Nahostkonflikt;
- die grassierende islamistische Strömung und die opportunistische Reaktion der Staatsführungen darauf; sowie
- die Schwächung zentralstaatlicher Autorität (wie im libanesischen Bürgerkrieg und im heutigen Irak) und die dadurch bedingte Fraktionierung ursprünglicher Lebensgemeinschaften.

Das Schicksal der Christen im Nahen Osten hat im Westen nur begrenzte Aufmerksamkeit erfahren. Erschien es im Zeitalter des Säkularismus unzeitgemäß, Religion zum Thema von Außenpolitik zu machen? Tatsache ist, dass sich zahlreiche Christen im Nahen Osten alleingelassen fühlen. Die Frage ist freilich aufgeworfen, ob sich europäische Regierungen - nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der Bedeutung des orientalischen Christentums für die allfällige Modernisierung der Gesellschaften in der Region - ein solches Wegsehen noch werden leisten können. Auf der anderen Seite wird die Idee der interreligiösen und interkulturellen Toleranz in Europa aller Voraussicht nach nur dann funktionieren, wenn auch in der islamischen Welt tolerantes Zusammenleben von Religionsgemeinschaften möglich wird. Deshalb sollte die Frage nach der Zukunft orientalischer Christen auch Teil der Agenda in der Gestaltung der politischen Beziehungen Europas zur islamischen Welt sein – nicht um einen religiösen Graben aufzureißen, sondern im Sinne des umfassenden Primats der Menschenrechte.

Licht und Schatten der Geschichte

Als die Araber in der ersten Hälfte des siebten Jahrhunderts aufbrachen, ein islamisches Reich zu gründen, stießen sie im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika auf eine weithin christianisierte Welt. Diese war alles andere als uniform. In ihren unterschiedlichen Lehrmeinungen waren die Konfessionen das Ergebnis der Ausbildung der theologischen und dogmatischen Lehren im Orient in den ersten Jahrhunderten des Christentums. Viele von ihnen entzogen sich der byzantinischen Staatskirche ebenso wie sie sich einem lateinisch - römischen Führungsanspruch entgegenstellten. Die konfessionelle Vielfalt ist auch noch in der Gegenwart ein Charakteristikum der „christlichen Szene“ im Raum zwischen Ägypten und dem Irak.

Die muslimischen Araber haben im Zuge ihrer Expansion keine systematische Islamisierung betrieben. Über einen langen Zeitraum blieb in Teilen des Reiches der Kalifen das Christentum eine Mehrheit. Politische, wirtschaftliche und rechtliche Erwägungen waren es, die früher oder später einen Übertritt zum Islam geraten erscheinen ließen. Die Beurteilung der Beziehungen zwischen den Vertretern des islamischen Staates und den Christen fällt zwiespältig aus: Die einen verweisen auf die zahlreichen Einschränkungen, denen Christen aufgrund ihres Status als „Schutzbefohlene“ (arab. „dhimmi“) unterworfen waren; auch waren sie Bürger zweiter Klasse und unterlagen zeitweilig einer hohen Steuerbelastung. Andere stellen die Freiheit der Religionsausübung sowie die weitgehende Eigenständigkeit bei der Regelung rechtlicher Belange heraus. Auch wirtschaftlich konnten sich die Christen im Herrschaftsbereich des Islams entfalten.

Die Kreuzzüge brachten die römische Kirche und die Christen im Vorderen Orient in enge Berührung. Während sich die byzantinische Staatskirche und die europäischen Invasoren feindselig gegenüberstanden – 1204 eroberten die Kreuzfahrer Konstantinopel und schwächten damit Byzanz als Widerlager der Muslime unumkehrbar –, suchten andere christliche Gemeinden die Union mit Rom – unter ihnen die Maroniten, die 1182 diesen Schritt taten. Dieser Prozess der Unionierung christlicher Denominationen im Orient mit Rom setzte sich seit dem 16. Jahrhundert fort.

Eine wichtige Rolle haben orientalische Christen bei der Vermittlung griechischen Wissens an die muslimischen Araber gespielt. Naturgemäß nahmen hierbei die Angehörigen der einstigen byzantinischen Staatskirche zunächst eine herausragende Stellung ein, denn sie sorgten für direkte Übersetzungen aus dem Griechischen ins Arabische. Doch daneben traten Angehörige anderer Denominationen hervor, die griechisches Gedankengut vermittelten. Besonders beachtlich war hier die Leistung zahlreicher ostsyrischer Gelehrter. Sie übersetzten Texte vom Griechischen ins Syrische und machten so die Welt griechischer Medizin, Philosophie und Theologie im syrischsprachigen Kulturraum präsent. Dabei kam es natürlich auch zu Anpassungen und Veränderungen des Gedankengutes aus der griechischen Antike, das dann schließlich nach der Eroberung des syrischsprachigen Kulturraums durch die Araber über die Übersetzungen vom Syrischen ins Arabische weiter vermittelt wurde.

Die osmanische Expansion im Nahen Osten – 1517 wurde Kairo und 1534 Bagdad erobert – hat die orientalischen Christen zu Untertanen des Sultans in Konstantinopel gemacht. Die Geschichtsschreibung hat zur Mehrheit die Herrschaft der Osmanen als eine Epoche der Stagnation der arabischen Welt erscheinen lassen. Das kann auch für die christlichen Untertanen gelten. Unter der osmanischen Verwaltung genossen die Christen der unterschiedlichen Konfessionen – wie auch die Juden – freie Ausübung der Religion und den Respekt ihres Rechts. Die religiösen Führer dieser – so der osmanische Begriff – milletler (Singular: millet) waren die Ansprech- und Verhandlungspartner der osmanischen Verwaltung nicht zuletzt in Steuerangelegenheiten. Einige dieser christlichen milletler, insbesondere auf dem Balkan, haben im 19. Jahrhundert ihre Unabhängigkeit erkämpft.

Neuanfang, Belastungen, Katastrophe im 19. Jahrhundert

Die beiden letzten Jahrhunderte bedeuten für das orientalische Christentum Renaissance und Niedergang, ja Katastrophe, zugleich. Der im 19. Jahrhundert unaufhaltsame Niedergang des Osmanischen Reiches ließ allenthalben Kräfte entstehen, die auf nationale Selbstbestimmung und Unabhängigkeit drängten. Zwar konnte der Nationalismus im arabischen Raum keine Durchschlagskraft wie auf dem Balkan erhalten – Muslime taten sich schwerer als Christen, ihre vornehmliche Zuordnung in der Nation zu erkennen. Ihre Loyalität galt fast bis zuletzt dem „islamischen“ Osmanischen Reich. Gleichwohl setzte auch im arabischen Raum eine Bewegung ein, das „nationale“ Erbe des Arabertums hinter dem geistigen Stillstand der osmanisch-türkischen Herrschaft wieder sichtbar zu machen. Im syrisch-libanesischen Raum, im Irak und in Ägypten widmeten sich Christen der Wiederbelebung der arabischen Literatur und Wissenschaften, ja der Schönheit der arabischen Sprache. Auch wenn muslimische Araber an dieser Bewegung teilhatten, so war der Beitrag der Christen dazu deutlich größer als ihr zahlenmäßiger Anteil an der arabischen Bevölkerung dieser Länder. In dieser Wiederentdeckung arabischer Identität, die politisch im Ersten Weltkrieg schließlich im Aufstand der Araber gegen die Osmanen gipfelte, hatte naturgemäß auch der Islam als „arabische Religion“ und geschichtliche Kraft einen hohen Stellenwert. Die meisten der christlichen arabischen Nationalisten hatten keine Probleme, den überwältigenden Beitrag der islamischen Religion zur nationalen arabischen Grandeur anzuerkennen.

Neben der Dynamik aus dem Inneren der osmanischen Untertanen sind Impulse von außen in das Osmanische Reich und seine christlichen Untertanen hineingetragen wurden. Der Niedergang des Reiches öffnete in wachsendem Maße Räume für die Einmischung europäischer Mächte. So übernahmen diese Schutzverhältnisse für die christlichen Untertanen des Sultans. Frankreich schwang sich zur Schutzmacht der orientalischen Katholiken und der mit Rom unierten Kirchen auf, England ließ sich in diesem Sinn die orientalischen Protestanten und die altorientalischen – monophysitischen - Kirchen der Armenier, Kopten und Syrer sowie Russland die chalkedonische Orthodoxie angelegen sein.
Mit Blick auf die orientalischen Christen selbst waren diese Schutzverhältnisse auch Ausdruck eines Überlegenheitsgefühls, das man im Westen gegenüber orientalischen Brüdern und Schwestern empfand, deren Lebensverhältnisse als weit hinter den europäischen geistigen und zivilisatorischen Errungenschaften stehend wahrgenommen wurden. Man war nunmehr bemüht, diese Lebensstandards auf allen Ebenen anzuheben: nicht zuletzt durch eine tief greifende Verbesserung des Bildungssystems. Was ihre Schulen – die missionarische Haupttätigkeit – anging, hielten sich die protestantischen und katholischen Missionen am Vorabend des Ersten Weltkrieges in etwa die Waage. Stärker als die katholischen waren die protestantischen Missionarinnen und Missionare seit Mitte des 19. Jahrhunderts auch im Landesinneren präsent, namentlich im Inneren und Osten Kleinasiens, d.h. in jenen multiethnischen Provinzen, die u.a. von Kurden, Armeniern und syrischen Christen bewohnt waren. Auch die Rum, die griechisch-orthodoxen Osmanen namentlich im westlichen Kleinasien, und die arabischsprachigen Christen im Libanon, in Palästina und Ägypten bildeten eine wichtige Klientel der Missionsschulen. Der Ruf einiger der von europäischen und amerikanischen Missionaren gegründeten Hochschulen in Istanbul, Beirut und Kairo hat bis in die Gegenwart überdauert. Dass sich diese Missionsbestrebungen - von Seiten der Protestanten - auch auf die muslimischen Untertanen des Sultans richteten, verlieh dem Gefühl Nahrung, als handle es sich bei dieser Fürsorglichkeit um einen Teil einer Strategie, das Osmanische Reich von innen zu unterminieren.

Tatsächlich stand der Sultan unter einem enormen Druck von außen, Reformschritte zu unternehmen, um das Reich der ständigen politischen und militärischen Zudringlichkeit europäischer Mächte zu entziehen und zu einem stabilen Partner im Konzert der europäischen Mächte zu machen. Eine Reihe von Reformschritten sollten den Status der nichtmuslimischen Untertanen verändern und diese zu gleichberechtigten Bürgern machen. Bildungsboom aber und Reformen schufen Nichtmuslimen, namentlich auch den Christen neuen Handlungsspielraum. Die sunnitischen Muslime, die traditionellen Träger des Staates (millet-e hakime oder „herrschende Gruppe“), sahen sich als Verlierer. Die sunnitische Mehrheit der Kurden in den Ostprovinzen verstand sich als Verliererin sowohl der osmanischen Reformen, die in den 1830er und 1840er Jahren mit der Aufhebung besonders ihrer Fürstentümer einhergegangen war, als auch einer zunehmenden – wirklichen oder vermeintlichen – Penetration ihrer Gebiete durch einen bedrohlichen Gegner, nämlich den ausländischen gavur (pejorativ für Nichtmuslim).

Hierin liegt die Wurzel der armenischen Tragödie. Der osmanische Staat und seine sunnitische Basis empfanden den Protestantismus (der auch unter Muslimen und Alewiten zu missionieren suchte) und die (zunehmend imperialistischen) europäischen Mächte als bedrohlich. Im Libanon kam es 1860, nach antichristlichen Pogromen, zu europäischer Intervention. In den osmanischen Provinzen im Osten Kleinasiens konnte der Staat seine Macht nur im Pakt mit sunnitischen Notabeln und Stammesführern halten – meist zu Lasten der Christen. Die großen Massaker von 1895/96 betrafen in erster Linie jene ostanatolische Region und primär die Armenier. 100 000 Menschen fielen ihnen zum Opfer. Bei ihnen handelte es sich um aggressive Auswüchse eines neuartigen muslimischen Nationalismus bzw. Islamismus; die Rolle des Sultans ist ungeklärt. Zwanzig Jahre später - mitten im Ersten Weltkrieg - traf die Armenier eine noch größere Katastrophe. Während die antichristliche, insbesondere antiarmenische Gewalt vor 1915 meist den Charakter von Pogromen hatte, war die Situation von 1915/16 insofern eine andere, als die Zentralregierung im Schatten des Weltkriegs die umfassenden antiarmenischen Maßnahmen steuerte und durch eigene Organe, namentlich die „Spezialorganisation“, ausführen ließ. Die vor Ort verbliebenen Missionsangehörigen Deutschlands oder nicht am Kriege beteiligter Staaten wurden zu Augenzeugen und Chronisten.



Das wechselvolle 20. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert ist für das Christentum im Nahen Osten – an dieser Stelle sind die Länder Irak, Syrien, Jordanien, Libanon, Palästina, Israel, Ägypten und die Türkei gemeint - eine schwierige, phasenweise – bis in die Gegenwart – katastrophale Epoche gewesen. In einigen Ländern wurden die Gemeinden bis an den Rand der Bedeutungslosigkeit dezimiert. Signifikante Anteile von Christen (z. T. unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften) an der Gesamtbevölkerung gibt es noch im Libanon (44%), in Syrien (10%), in Jordanien (10%) und in Ägypten (11%). Die Verringerung des Anteils von Christen an der Gesamtbevölkerung ist die Folge zum einen des starken Wachstums der muslimischen Teile der Bevölkerungen und zum anderen der Auswanderung der Christen in viele Teile der Welt. Im Irak lag der Anteil der Christen vor der jüngsten Fluchtwelle bei 4 – 5%; in Israel bekennen sich etwa 2% zu unterschiedlichen christlichen Gemeinschaften. In Palästina – bei rasch abnehmender Zahl - sind es noch etwa 3%; bezeichnend ist, dass in Bethlehem, dem Geburtsort Jesu und bis an den Rand der Gegenwart mehrheitlich von Christen bewohnt, die Zahl der Christen auf etwa ein Viertel der Bevölkerung geschrumpft ist. Auffallend ist auch die Entwicklung in der Türkei: Lebten 1927 (nach Jahrzehnten von Massakern, Vertreibung, Bevölkerungsaustausch und Flucht) noch 340.000 (2,5%) in dem Land, so waren es 1961 nur noch 145.000 (0,25%).In der Gegenwart machen die etwa 100.000 Christen noch einen Bevölkerungsanteil von 0,13% aus.

Tatsächlich hat die Katastrophe von 1915/16 einen dunklen Schatten auf das Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen im 20. Jahrhundert geworfen. Die Ereignisse ließen erkennen, dass die über mehr als ein Jahrtausend – wenn auch nicht ohne Probleme – bestehende Symbiose prekär geworden war. Die Entwicklungsprobleme, Krisen und Konflikte, mit denen die Staaten und Gesellschaften, die aus dem zerfallenen Osmanischen Reich hervorgingen, konfrontiert waren, sollten sich von nun an auf das Zusammenleben belastend auswirken. Vier Faktoren haben dieses besonders nachhaltig negativ belastet:
- Der Nationalismus, die treibende Kraft im Staatenbildungsprozess im Nahen Osten, verstand die Nation als eine ethnisch und religiös homogene Größe: Christliche (und zugleich) ethnische Minderheiten wurden über die Jahrzehnte aus Gebieten verdrängt, in denen sie z.T. über Jahrtausende (z.B. Griechen in Anatolien und Ägypten) ansässig gewesen waren. Da der Islam de jure oder de facto zur Staatsreligion wurde, wurden Christen den nationalen Wertvorstellungen, die religiös konnotiert waren und sind, unterworfen. Dies hatte vielfältige Konsequenzen, die von der Behinderung der Religionsausübung über Beschränkungen im beruflichen, öffentlichen und wirtschaftlichen Leben bis zu Behinderungen im Erziehungswesen reichten. Dabei gerät aus dem Blick, dass Christen beim Entstehen des arabischen Nationalismus und der Schaffung arabisch-nationalistischer Parteien (etwa der Ba’th-Partei) z.T. herausragende Beiträge geleistet haben. In Israel sind die Christen als religiöse Minderheit innerhalb der arabischen Minderheit besonderen Schwierigkeiten ausgesetzt. „Wir christlichen Araber sind ohne Chance. Weil die muslimische Mehrheit auf der Suche nach ihrer Identität islamistischer wird, wird ihre Toleranz gegenüber Christen immer geringer“, wird ein christlich-arabischer Israeli zitiert.
In der Türkei haben sich der Konflikt des türkischen Staates mit der kurdischen Minderheit und der griechisch-türkische Konflikt, insbesondere auf der Insel Zypern, immer wieder belastend auf die Stellung der Christen , vor allem der griechisch-orthodoxen und der syrisch-orthodoxen am Tur Abdin, ausgewirkt.
- Die Staatsgründung Israels führte nicht nur zur Auswanderung nahezu aller Juden aus den arabischen Staaten. Die Christen, schon im Osmanischen Reich verdächtigt, eine fünfte Kolonne westlicher Mächte zu sein, gerieten unter den Generalverdacht, nicht loyal zu sein und mit den auswärtigen Mächten, die bei der Entstehung des jüdischen Staates Hilfestellung geleistet und nach 1948 zur Sicherung seiner Existenz entscheidend beigetragen hatten, zu kollaborieren. Dies ist objektiv umso weniger gerechtfertigt, als sich Christen unterschiedlicher Denominationen in der palästinensischen Nationalbewegung nachhaltig engagiert haben. Zwar sehen sich in Palästina Muslime und Christen selbst als Schicksalsgemeinschaft. Doch ist zu fragen, ob das auch in Zukunft so bleibt. Denn während der palästinensische Nationalismus der von Yasir Arafat jahrzehntelang geführten Fatah mit seiner impliziten Säkularität die palästinensische christliche Minderheit voll einschließen konnte, schließt der religiöse Nationalismus der Hamas tendenziell diese christliche Minderheit aus, marginalisiert sie aber zumindest.
- Der islamische Fundamentalismus, der seit Anfang der siebziger Jahre erheblichen Einfluss auf die gesellschaftlichen Entwicklungen hat, sieht Nichtmuslime per definitionem als Bürger zweiter Klasse an. Dies ist in der Islamischen Republik schon aufgrund der Verfassung von 1979 gegeben. Wo die islamistische Bewegung andernorts im Nahen Osten an Dynamik gewann, bedeutete ihr Ziel, eine islamische Ordnung auf der Basis der Scharia zu errichten, ipso facto einen Rückschritt in Zeiten, da sie als Schutzbefohlene zwar geduldet wurden, aber keine Chance auf Gleichberechtigung hatten. Opportunistisches Entgegenkommen an die Islamisierungsforderungen der Islamisten von Seiten einiger Regierungen (z.B. in Ägypten) vertieften die Spannungen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen und engten die Spielräume gesellschaftlicher und politischer Entfaltung auf Seiten der Christen ein. Die gewalttätigen Übergriffe militanter Islamisten gegen die christliche Minderheit im Irak unmittelbar nach dem Zusammenbruch des säkularen ba’thistischen Regimes waren nahezu programmiert.
- Der Fall des Irak bestätigt, dass der Zerfall staatlicher Gewalt die Bedrohung der Existenz der Christen im Nahen Osten ansteigen lässt. Der Libanon ist dafür das eindrücklichste Beispiel. Der Verlust ihrer zahlenmäßigen Mehrheit in den Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, die immer stärkere Einbeziehung des Libanon in den israelisch-palästinensischen Konflikt, das Ergebnis des Bürgerkrieges, das ihre Machtstellung gegenüber der nunmehr muslimischen Mehrheit reduziert hat, der Verlust ihrer wirtschaftlichen Dominanz sowie der (über die Hizbollah) anhaltend starke Einfluss Irans auf die libanesische Politik haben sich angesichts der Schwäche der libanesischen Regierung negativ auf die Sicherheit christlicher Existenz ausgewirkt. Sollten sich in Syrien, wo ein laizistisches Regime den Christen eine stabile Existenzgrundlage gewährt, Veränderungen ergeben, die das System insgesamt schwächen, dürfte dies auch negative Auswirkungen für die Christen in diesem zwischen dem Libanon und dem Irak gelegenen Land zeitigen.

Anhaltender Druck oder auch nur die stetige Sorge um ihre Existenz haben einen Strom der Auswanderung orientalischer Christen in viele Teile der Welt entstehen lassen. Im Frühjahr 2008 wurde in Deutschland über eine Anregung des Bundesinnenministers diskutiert, ein Kontingent irakischer Christen als Flüchtlinge aufzunehmen. Zu den Argumenten, die gegen diesen Vorschlag vorgetragen wurden, gehörte, dass damit ein weiteres Tor der Auswanderung geöffnet werde. Denn von den einmal nach Deutschland gewanderten Christen dürfte kaum einer in den Irak zurückkehren – dies auch dann nicht, wenn in dem Land wann immer eine wie immer geartete Stabilität erreicht sein wird. Insgesamt ist die Einschätzung von Kennern mit Blick auf die Fortexistenz von Christen in ihren Wohngebieten eher skeptisch. Wenn ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung die Marke von einem Prozent unterschreitet, kann von Koexistenz kaum noch gesprochen werden.

Internationale Aufmerksamkeit für die orientalischen Christen

Die Debatte in Deutschland über die Aufnahme von irakischen Christen zeigt, dass den Christen im Orient in letzter Zeit größere Aufmerksamkeit geschenkt wird als dies in der Vergangenheit der Fall war. Das gilt – naturgemäß - für die Kirchen; darauf war eingangs bereits hingewiesen worden. Die Katholische Kirche hat 2007 im Rahmen der „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Kirchen in unserer Zeit“ eine informative „Arbeitshilfe“ veröffentlicht. Auf diese Weise wurde eine breitere Öffentlichkeit jenseits kirchlicher Kreise erreicht. Zugleich ist Benedikt bemüht, muslimische Theologen zum Schutz der Christen im Orient stärker in die Pflicht zu nehmen. Der Rahmen dafür ist in jenem theologischen Dialog gegeben, der sich im Gefolge der Rede Benedikts an der Regensburger Universität im September 2006 angesponnen hat.
Zunächst weithin in der islamischen Welt als Provokation empfunden, haben muslimische Theologen seither dem Papst theologische Antworten aus islamischer Perspektive gegeben. Höhepunkt dieses Dialogs waren die Ergebnisse des „Katholisch – Muslimischen Forums“, das sich im November 2008 mit dem Thema „Gottes- und Nächstenliebe“ auseinander setzte. In der Erklärung heißt es unter anderem: „Religiöse Minderheiten haben Anspruch darauf, dass sie in ihren religiösen Überzeugungen und Praktiken Achtung erfahren. Sie haben zudem das Recht auf eigene Kultstätten und die Gründergestalten und Symbole, die sie für heilig erachten, dürfen nicht Gegenstand irgendeiner Form von Hohn und Spott werden.“ Sowie: „Wir bekräftigen, dass keine Religion und keiner ihrer Anhänger von der Gesellschaft ausgeschlossen werden darf.“ Welche konkreten Auswirkungen diese Grundsatzerklärungen der Theologen auf die tatsächlichen Gegebenheiten für die orientalischen Christen haben werden, wird abzuwarten sein.

Jenseits der Theologen aber ist in jüngster Zeit die Stellung der orientalischen Christen im politischen und öffentlichen Raum in Europa thematisiert worden. Die Gründe für das lange Verdrängen dieser Thematik mögen in der Zurückhaltung säkularer Gesellschaften zu sehen sein, Themen der Religion zu einer Angelegenheit der Politik zu machen. Die Hemmschwelle ist im Zusammenhang der Einwanderung von Muslimen insbesondere aus dem Nahen Osten und Nordafrika niedriger geworden. Fragen nach der politischen, gesellschaftlichen, rechtlichen und kulturellen Stellung der Muslime sind Kernfragen der künftigen Entwicklungen europäischer Gesellschaften geworden. Die anhaltende Diskussion darüber und die von Muslimen – individuell oder über Vereine und Verbände – erhobenen Forderungen, die von der alltäglichen Glaubenspraxis über mit der Religionsausübung verbundene Rituale bis zur Sichtbarmachung der islamischen Glaubensgemeinschaft zum Beispiel über den Bau von Moscheen reichen, haben Rückfragen nach der Stellung nichtislamischer Gemeinschaften in den islamischen Staaten und Gesellschaften im Nahen Osten aufgeworfen. Auf teilweise naive, ja bisweilen aggressive Weise wird die Forderung nach Reziprozität erhoben – etwa in der Argumentation: die Muslime fordern Rechte der Ausübung der islamischen Religion; aber in der Türkei dürften nicht einmal christliche Gotteshäuser erneuert, in Saudi Arabien nicht einmal christliche Symbole öffentlich gezeigt werden. Dieser simplistischen (und nicht immer zutreffenden) Form der Reziprozität kann zwar entgegen gehalten werden, dass sich in Europa über die Jahrhunderte Regeln im Umgang mit Minderheiten herausgebildet haben, auf die europäische Gesellschaften stolz sein können – unabhängig vom Blick auf andere Kulturen. Bei differenzierterer Weise der Betrachtung wird freilich deutlich, dass tatsächlich künftig für das friedliche Zusammenleben der Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen angesichts von Globalisierung und Migration über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg universal gültige Regeln gefunden und angewendet werden müssen. Mit Blick auf den Nahen Osten gilt dies nicht nur für die autochthonen Minderheiten, sondern auch für die zahlreichen Arbeitsmigranten aus christlichen Ländern, insbesondere auf der Arabischen Halbinsel. Mit guten Gründen wird auf die Lösung der Problematik auf der Grundlage der Menschenrechte und deren Respektierung hingearbeitet. Auf diese Weise erhält die Thematik der Christen im Nahen Osten eine politische und öffentliche Dimension.

Wie schwierig es ist, einen Wandel des Bewusstseins und der Praxis in Gang zu bringen, zeigt das Beispiel der Türkei. Zwar gilt das Prinzip des Laizismus, das auch in der Verfassung verankert ist. Dies aber hat nicht verhindert, dass religiöse Minderheiten – die Aleviten, Christen unterschiedlicher Konfessionen und Juden – in der Türkischen Republik einen schweren Stand hatten. In dem uniformen türkisch – nationalistischen Staat, der über das Amt für Religiöse Angelegenheiten den sunnitischen Islam gleichsam zu einer Art von Staatsreligion machte, war für Religionsgemeinschaften außerhalb desselben, die ihrerseits Rechte auf Autonomie gegenüber dem Staat hätten einfordern können, kein Platz. Während sich die Aleviten über Jahrzehnte gesellschaftlich gleichsam unsichtbar machten, gerieten die Christen in verschiedenen innen- und außenpolitischen Konstellationen immer wieder unter Druck. (Auch die jüdische ist nur noch ein Bruchteil jener Gemeinde, die am Beginn der Republik in der Türkei lebte.) Jahrzehnte hat die internationale Gemeinschaft – auch die Europäische Union – die Augen vor Diskriminierung und Verfolgung geschlossen. Bis auf verschwindend kleine Reste sind insbesondere die Griechisch-Orthodoxen und die Syrisch-Orthodoxen ausgewandert – nach Griechenland, nach Europa oder in die USA nach Kanada oder Australien. Der tief greifende Wandel von Politik und Gesellschaft, der sich seit etwa einem Jahrzehnt in der Türkei vollzieht, hat die Erwartung genährt, dass sich auch die Stellung der religiösen Minderheiten konsolidiert und verbessert. Die Aleviten haben begonnen, sich selbstbewusst einen Platz zu schaffen. Die christlichen Minderheiten hoffen, dass sich ihr Platz in der türkischen Gesellschaft in dem Maße festigt, in dem sich das Land weiter der EU annähert. Tatsächlich dürfte der Umgang mit der Frage der Minderheiten – nicht nur der religiösen – ein Indiz für den europäischen Charakter der Türkei sein. Eine weitere Europäisierung der Türkei mit Blick auf Menschen- und Minderheitenrechte wäre auch ein positives Signal für das Gelingen der Integration islamischer Gemeinschaften in den europäischen Gesellschaften.

Die Perspektiven der religiösen Minderheiten sind untrennbar mit den Perspektiven der Modernisierung von Staat und Gesellschaft im Nahen Osten insgesamt verbunden. Der Niedergang des Osmanischen Reiches seit dem 19. Jahrhundert ließ eine Symbiose scheitern, die – wie schwierig sie auch zeitweise gewesen sein mag – das Christentum hat in einer Welt überleben lassen, die bis zum Erscheinen des Islams zutiefst von diesem geprägt gewesen war. Die Bedrängnisse, die es in den Staaten erfahren hat, die auf dem Boden des untergegangenen Reiches entstanden, lassen die Schwierigkeiten erkennen, die die politischen Eliten gehabt haben, moderne Ordnungen zu errichten, in denen alle Bürger unterschiedlicher ethnischer und religiöser Zugehörigkeit gleichberechtigt würden zusammenleben können. Insofern wird die Zukunft des Christentums im Nahen Osten auch symptomatisch anzeigen, wohin sich der Prozess politischer und gesellschaftlicher Modernisierung entwickelt. Die weitgehende Auswanderung der orientalischen Christen aus ihren angestammten Ländern wäre nicht nur ein Verlust an kultureller und religiöser Pluralität des gesellschaftlichen und politischen Erscheinungsbildes des Nahen Ostens. Es wäre auch der Verlust einer gesellschaftlichen Gruppe, die seit mehr als anderthalb Jahrhunderten einen großen Anteil an den Bemühungen um Modernisierung gehabt hat. Zugleich haben sie die Rolle von Vermittlern zwischen ihren Gesellschaften und Europa gebildet. Die Anteilnahme Europas am Schicksal der orientalischen Christen sollte deswegen nicht als „Christentümelei“ und schon gar nicht als Versuch missverstanden werden, über eine religiöse Gruppe politische Einflussnahme auszuüben. Es geht darum, gemeinsam mit den Eliten im Nahen Osten einen Beitrag zur Modernisierung zu leisten und die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Christen das Verbleiben in ihren Ländern gewährleisten. Dass dies auch eine Investition in die Zukunft der europäischen Gesellschaften bedeutet, wird in der Integrationsdebatte immer wieder deutlich.